Metalwood
Disrupting the Links
Wie die Golfmarke Metalwood den Golfsport aufmischt
Golf war schon immer ein Sport, der stark von seinen Ritualen geprägt ist. Die Etikette, die Kleidung, die Country Clubs und die perfekt gepflegten Fairways. Über Jahrzehnte hinweg blieb seine visuelle Sprache weitgehend unverändert, tief in Tradition verwurzelt und ähnlich wie Tennis kaum offen für Veränderung. Doch wie viele andere Sportarten befindet sich auch Golf in den letzten Jahren in einem stillen Wandel, geprägt von einer neuen Generation, die weniger daran interessiert ist, Konventionen zu bewahren, sondern vielmehr darin, sie neu zu interpretieren.
Auch die breitere Sportkultur hat sich parallel dazu verändert. Ein Wellness-Boom und das erneute Bedürfnis, nach draußen zu gehen und wieder mehr Zeit in der Natur zu verbringen, haben viele Menschen zu Aktivitäten gezogen, die sowohl körperlich als auch sozial sind. Running erlebt durch communitybasierte Laufclubs und eine neue Welle wettbewerbsorientierter Innovation einen enormen Aufschwung, während Marken mit neuen Designs um Aufmerksamkeit konkurrieren. Auch Radsport, Klettern und sogar Nischenaktivitäten wie Birdwatching haben neue Zielgruppen gefunden. Persönlichkeiten wie der Kletterer Alex Honnold und Marathonläufer Eliud Kipchoge sind zu unerwarteten kulturellen Bezugspunkten geworden und stehen für ein wachsendes Interesse an Sportarten, die Performance mit Lifestyle verbinden.


Auch Golf erlebt derzeit diesen Moment der Neudefinition. Kaum eine Marke verkörpert diesen Wandel so deutlich wie Metalwood Studio. Das 2017 in Los Angeles von Cole Young gegründete Label bewegt sich an der Schnittstelle von Nostalgie und Neuerfindung. Die Marke greift stark auf die Ästhetik des Golfsports der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurück, eine Ära, die von oversized Poloshirts, auffälligen Grafiken und einer gewissen Unbekümmertheit geprägt war, die heute weit entfernt von der Uniformität klassischer Country Clubs wirkt. Doch anstatt die Vergangenheit einfach nur zu reproduzieren, interpretiert Metalwood sie durch die Linse moderner Streetwear neu.
Das Ergebnis ist eine Marke, die zugleich vertraut und disruptiv wirkt. Nirgendwo wird dieser Spannungsbogen deutlicher als bei der mittlerweile ikonischen Camouflage-Cap. In einem Sport, der historisch von gedeckten Farben und konservativem Styling geprägt ist, tut Camouflage genau das Gegenteil von „sich anpassen“ und dennoch ist die Cap zum Aushängeschild von Metalwood geworden. Die Kleidung der Marke verbindet Streetwear-Einflüsse mit Details aus der Golfwelt: Hosen und Caps, die vom nächsten Abschlag vielleicht unscheinbar wirken, aus der Nähe jedoch Metalwoods Gespür für oversized und leicht „schluffige“ wie die Marke selbst es beschreibt Silhouetten zeigen. Kürzlich ist Metalwood zudem in den Schuhmarkt eingestiegen und präsentierte eine Zusammenarbeit mit adidas rund um den Golfschuh MC70.


Auch der Store von Metalwood in Los Angeles spiegelt genau diese Haltung wider. Er wirkt weniger wie ein klassischer Pro-Shop und eher wie ein Ort, über den man zufällig in einem Skate-Viertel stolpern könnte ein Raum, in dem Kultur, Produkt und Community aufeinandertreffen. Diese Mischung ist bewusst gewählt. Wie Young erklärt, basiert die Marke auf echter Leidenschaft für den Sport und nicht auf dem Wunsch, ihn zu parodieren. „Ich bin ein echter Golfer. Ich liebe Golf. Ich liebe es, mit meinen Freunden Golf zu spielen. Einige dieser Freunde sind ganz neu in diesem Sport“, sagte er gegenüber dem australischen Händler SUPPLY. „Ein Teil von Metalwood besteht darin, den Menschen zu zeigen, dass sie das Spiel trotzdem genießen können, auch wenn die aktuelle Golfwelt vielleicht nicht ihrem persönlichen Stil entspricht.“
Diese Haltung geht über Kleidung hinaus und zeigt sich auch darin, wie Young selbst Golf betrachtet. Seine Beziehung zum Sport ist ebenso von Entdeckung geprägt wie von Leistung. So wie manche Menschen Vintage-Kleidung suchen, durchstöbert er Golfschläger mit derselben Neugier und Liebe zum Detail. „Ich spiele mit dem, was mir gefällt, was mir ein gutes Gefühl gibt und mir Freude bereitet“, erklärte er im Garret Leight Blog. „Ich glaube nicht unbedingt, dass das Neueste und Beste mir automatisch am meisten Freude bringt.“ Dahinter steckt auch ein ausgeprägtes ästhetisches Gespür, das über Golf hinausgeht. „Es ist wie bei Autos“, sagt er. „Es gibt bestimmte Winkel, Kurven oder Formen, die einfach ästhetisch besonders ansprechend sind.“


In diesem Sinne geht es bei Metalwood Studio weniger darum, die Regeln des Golfs neu zu schreiben, sondern vielmehr darum, seine Möglichkeiten zu erweitern. Die Marke erkennt das Erbe des Sports an und schafft gleichzeitig Raum für neue Interpretationen, neue Teilnehmer und neue Formen der Auseinandersetzung mit dem Spiel. Die Camouflage-Cap ist dabei nicht nur ein Produkt – sie ist ein Symbol dieses Wandels und erinnert daran, dass keine Tradition vor Veränderung geschützt ist.
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Text: Chris Danforth







