New Brand: Stan Ray


In sämtlichen Modemagazinen, auf Instagram und auf Blogs schreien jetzt alle nach Workwear und Military Wear. Sogar die Geheimwaffe des Ü35 Vaters, die Cargohose, ist gerade der heißeste Scheiß und auf Laufstegen in Paris zuhauf zu sehen.

Auf die Gefahr hin, jetzt den besserwisserischen »Wussten wir schon immer«-Zeigefinger zu heben aber mit der Gewissheit, dass du als HHV Connaisseur Bescheid weißt: Workwear und Military Wear ist schon seit der prägenden Hip Hop Couture der Neunziger Jahre fester Bestandteil unserer Garderobe und schon immer Teil unseres Sortiments gewesen. Fühlt sich gut an, die Vorreiterrolle.

Wenn noch jemand Lexika lesen würde, könnte man jetzt folgenden schönen Satz formulieren: Sucht man im Lexikon nach American Workwear, findet man dort das Logo von Stan Ray – neben anderen Größen wie Carhartt und Dickies, ist klar. Gäbe es in besagtem Lexikon eine Unterkategorie namens American Workwear Made in USA würde sich allerdings das Feld deutlich lichten, Stan Ray wäre dort aber zu lesen.

Die Marke ist beheimatet in Texas und produziert noch heute in der eigenen Fabrik in Crockett, einer beschaulichen Kleinstadt umrandet von Pinienwäldern. Earl Beard heißt der gute Mann, der 1972 getreu dem Motto »Harte Arbeit und hohe Qualität« zusammen mit seiner Frau Billie Jean ein Gebäude und eine Handvoll Nähmaschinen mietete und das Unternehmen Earl’s Apparel ins Leben rief. Daraus entstand die nach seinem jüngsten Sohn benannte Marke Stan Ray, die sich zu Beginn unter anderem auf Kleidungsstücke aus satinierter Baumwolle militärischer Prägung und Overalls für Maler spezialisierte.

Klingt ja zunächst nicht soo spannend, nostalgisch ja, aber nicht sonderlich anders als viele andere amerikanische Markengeschichten. Allerdings kommt jetzt Japan ins Spiel. Denn anders als Carhartt WIP oder Dickies, hatte Stan Ray mit einer eher zweckorientierten Ausrichtung zunächst keine Ambitionen, in der Modewelt mitzumischen.

Ende der Achtziger Jahre wurde Stan Ray in Japan zum Geheimtipp in der informierten Modeszene und Shops wie Beams, Journal Standard und Freak’s Store nahmen die Marke in ihr Sortiment auf. Was folgte, bezeichnet man – oder vielleicht auch nur wir – als sogenannten »Japan-Effekt«: Stan Ray wurde an die Spitze der modischen Workwear-Nahrungskette katapultiert. Wenn du aber denkst, du weißt, wie es weitergeht (Expansion, Produktionssteigerung, weltweiter Vertrieb, riesige Marketingmaschinerie und ab geht die Post), dann irrst du dich. Während andere Labels Investoren an Board holen, oder ihre Produktion in Billiglohnländer verlagern, steht Stan Ray damals wie heute zu seinen Wurzeln und produziert nach wie vor alle Kleidungsstücke in der familieneigenen Fabrik in Crockett, Texas.

Und es kommt noch besser: Eine Gruppe von smarten Freunden mit langjähriger Erfahrung bei u.a. Levi’s Vintage, Patagonia und Manastash hat sich der Marke angenommen und bringt moderne Schnitte und Stilelemente sowie durch die Wiederverwendung von Originalstoffen und Vintage-Kleidung auch Themen wie Nachhaltigkeit und umweltbewusste Produktion ins Spiel. Langlebigkeit, Zeitlosigkeit und eine faire Preislage sind die Kirsche auf der Torte.

Alles richtig gemacht.

Eine Auswahl aus der aktuellen Kollektion von Stan Ray findest du ab sofort bei HHV: www.hhv.de/shop/de/stan-ray

Visual Content: Stan Ray , SS19 Editorial Fotos: James Pearson-Howes